Vier Fragen an Dr. Georgieff

Die Mistel in der Frauenheilkunde

Zu einem Vortrag zum Thema „Die Misteltherapie in der Frauenheilkunde“ ist Dr. Reinhild Georgieff am Mittwoch, 18. November 2026, um 17 Uhr im Turmsaal des Klosters Frankenberg zu Gast (Mistelfoto: helixor). Die Gynäkologin leitet  die komplementärmedizinische Sprechstunde an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde Leipzig, die einzige dieser Art am Leipziger Uniklinikum. Die Komplementärmedizin umfasst Behandlungsmethoden, die ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden können. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten (Eingang neben Claustorwall Nr. 18a, keine Parkplätze auf dem Klostergelände).

Was hat Sie zu dieser komplementärmedizinischen Sprechstunde gebracht ?

Dr. Reinhild Georgieff

In den 25 Jahren Praxistätigkeit hatte ich schon eine Spezialsprechstunde aufgebaut, dazu bin ich in der Natum aktiv, einem Verein von überwiegend Gynäkologen, mit dem wir Wissen zur Komplementärmedizin verbreiten in Präsenzveranstaltungen, Zoom-Sitzungen und neu auch E-Learning. Deshalb sprach mich Frau Prof. Aktas, die Leiterin der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig, nach dem Verkauf meiner Praxis an, ob ich diese Sprechstunde aufbaue.

Was sehen Sie als besondere Aufgabe dieser Sprechstunde?

Überwiegend suchen onkologische Patientinnen nach Begleitung der Therapien oder, was sie nach Abschluss für ihre Stabilisierung für sich tun können. Es kommen aber auch Patientinnen, welche Wechseljahresbeschwerden ohne Hormone unterstützt haben möchten, auch Endometriosepatientinnen oder mit anderen Krankheitsbildern.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Misteltherapie gemacht?

Schon in der Praxis habe ich mit Misteltherapien meine Patientinnen unterstützt. Die Lebensqualität wird deutlich verbessert, Fatigue, Müdigkeit, Kältegefühle, so dass eine Stabilisierung insgesamt von den Patientinnen bemerkt wird. Es wird für wenigstens zwei Jahre empfohlen, zunächst bedeutet es eine Überwindung, da sich die Patientinnen dreimal in der Woche selber spritzen, doch das wird schnell gelernt. Neu ist, dass die Krankenkassen diese Therapie aus ihrem Leistungskatalog ab 2027 gestrichen haben und es alles Selbstzahlerbereich ist. Doch genügend  Studien zeigen, dass eine Verbesserung der Lebensqualität und Minderung der Schwäche deutlich zu Verbesserung der Sterblichkeit beitragen, natürlich nicht allein nur durch Misteltherapie.

Was können betroffene Frauen tun bei Interesse an der Misteltherapie, wenn sie nicht in Leipzig wohnen?

Es gibt verschiedene Herstellerfirmen, auf deren Seite auch nach Therapeuten gefragt werden kann. Auch die Natum bietet einen Therapeutenservice, ebenso wie Biokrebs.e.V. Zuallererst sollten sie ihren Hausarzt oder Gynäkologen fragen, ob sie so etwas durchführen, bei Offenheit mit Unterstützung der Herstellerfirmen, welche eine Therapeutenhotline anbieten. Auch Apotheken könnten durch Rezepteinlösungen wissen, welcher Arzt Misteltherapie durchführt. Denn auf der Homepage muss das nicht zu finden sein.